Unter dem Titel „Beetebuerg am Laf vun der Zäit : Notizen iwwer d’geschichtlech Entwëcklung vu Beetebuerg, Fenneng, Hunchereng, Näerzeng an Obeler” berichten die Geschichtsfreunde aus der Gemeinde Bettemburg seit einer Reihe von Jahren über ihre lokalhistorischen Recherchen. Der erste Band ist im Jahre 2011 erschienen, der sechste ist soeben im Mai 2017 herausgekommen.

Nach den einleitenden Worten von Bürgermeister Laurent Zeimet und Präsident Arthur Besch beschäftigt sich Chantal Weber-Becker mit dem ehemaligen Hofgut Altenhoven und dessen zeitweiligen Pächter Johannes Hoffmann, der von 1935 an bis Januar 1940 in Luxemburg im Exil lebte und 1947 der erste Ministerpräsident des Saarlandes werden sollte. Von der Besenfabrik Spautz & Reinert erzählt ein Artikel von Pierre Klein. Jacqueline Schauls-Diederich untersucht die Geschichte der Bettemburger Kindergärten; ihr Artikel wird ergänzt durch die Erinnerungen aus dem Schuljahr 1916/1917, die Irma Wesener-Roden vor Zeiten niedergeschrieben hat.

Der in Bettemburg im Laufe der letzten fünf Jahrzehnten stattgefundene Wandel wird von Gusty Graas dargestellt, wobei Themen wie Briqueterie Jacquinot, Celula, Märchenpark usw. auftauchen. Der ehemalige Bettemburger Lehrer Emile Molling, der sich als Vogelschützer und Amateurbotaniker einen Namen gemacht hatte, steht im Mittelpunkt eines Artikels von Jos Massard.* Aus der Feder von Arthur Besch ist zu erfahren, dass die Mutter von Robert Schuman, dem Urheber des Schumanplans, in Bettemburg geboren wurde. Derselbe Autor legt in Zusammenarbeit mit Jacqueline Schauls-Diederich den zweiten Teil einer längeren Studie über die Bettemburger Straßennamen vor.

Die durch die deutsche Invasion vom 10. Mai 1940 bedingte Evakuierung der Bettemburger Bevölkerung und der Zivilbevölkerung des Erzbeckens wird von Serge Hoffmann untersucht. Mit einem Beitrag von Pit Klein über den Liberty Tree, eine Skulptur, die an den Zweiten Weltkrieg erinnert, endet das lesenswerte, 160 Seiten starke Buch.

* Siehe:
Massard, J.A., 2017. Émile Molling (1889-1971), instituteur à Bettembourg, ornithologue et amateur de botanique. In: Beetebuerg am Laf vun der Zäit, VI. Geschichtsfrënn aus der Gemeng Beetebuerg, Beetebuerg, S. 56-63.

Siehe auch:
Massard, J.A., 2016. L’unique bulletin mensuel de la Société des naturalistes luxembourgeois (SNL) publié en 1940 et la numérisation des publications de la SNL et de la Société de botanique par la Bibliothèque nationale de Luxembourg, avec des remarques biographiques sur le professeur Joseph Bisdorff, le géologue Paul Bleser et l’ornithologue Émile Molling. Bulletin de la Société des naturalistes luxembourgeois 118: 3-25.

Wikipedia: Emile Molling.