Während der Cholera-Epidemie von 1832 gab es vor allem in der Stadt Luxemburg zahlreiche Choleraopfer. Auch die luxemburgische Moselstadt Remich wurde von der Krankheit heimgesucht. Im deutschen Grenzgebiet, das damals zur preußischen Rheinprovinz gehörte, wurden vorbeugend strenge Einreisebestimmungen, Gesundheitskontrollen und Quarantänemaßnahmen eingeführt.

1849 trat die Cholera unter anderem in Bitburg, Prüm, Mettendorf und Trier sowie in mehreren luxemburgischen Moselorten auf. Zugleich fanden Bittprozessionen nach Echternach und in die Stadt Luxemburg statt.

1854 trat die Cholera erneut in mehreren luxemburgischen Ortschaften auf; auch jenseits der Grenze, im Regierungsbezirk Trier, forderte sie zahlreiche Opfer.

Besonders verheerend war die Epidemie von 1865/66: Im Großherzogtum starben über 3.500 Menschen, etwa 1,8 Prozent der Bevölkerung. Von Luxemburg aus breitete sich die Krankheit nach Wallendorf, Bitburg, Bollendorf, Langsur, Trier und in weitere preußische Ortschaften aus. Die Behörden reagierten mit Reisebeschränkungen und Verboten; dadurch wurde auch die Echternacher Springprozession von 1866 stark beeinträchtigt.

Folgender zweiteiliger, vor Jahren im Heimatkalender des Landkreises Bitburg-Prüm veröffentlichter Artikel, der hiervon berichtet, ist neuerdings online verfügbar:

Massard, Jos. A. & Gaby Geimer, 1995-1996. Die Cholera im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet. (Teil I) Heimatkalender 1996 Landkreis Bitburg-Prüm, Bitburg 1995, S. 20-23; (Teil II) Heimatkalender 1997 Landkreis Bitburg-Prüm, Bitburg 1996, S. 32-37.

Der Beitrag verbindet medizin- und regionalgeschichtliche Fakten mit zeitgenössischen Zeitungsberichten. Er zeigt, wie die Cholera nicht nur zahlreiche Opfer forderte, sondern auch den Grenzverkehr, Wallfahrten, Märkte und die Beziehungen zwischen Luxemburg und Preußen beeinflusste.