Ein Artikel aus dem Heimatkalender 2010 Landkreis Bitburg-Prüm

Der Beitrag „Auf den Spuren des Braunbären diesseits und jenseits der Sauer“ von Jos. A. Massard und Gaby Geimer zeichnet nach, wie der Braunbär in der Region zwischen Luxemburg und der Eifel weiterlebt – in Sagen, Ortsnamen, archäologischen Funden und Wappen, obwohl er dort längst verschwunden ist.

Der erste Teil behandelt die Sagenwelt: Dazu gehören ein Zauberer auf dem Ernzerberg, der sich in einen Bären verwandeln kann, und die Erzählung von einem römischen Kaufmann, der bei Weilerbach der Bärengöttin Artio ein Opfer gelobt haben soll. Der Beitrag erörtert die dortige Inschrift Artioni Biber, die als Hinweis auf Artio-Verehrung gilt. Auch die Namen Artio, Artemis und Diana sowie mögliche Übergänge von vorchristlichen Göttinnenvorstellungen zum Marienkult werden angesprochen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Bärennamen und Flurnamen. Der Artikel prüft, ob Namen wie Behrwinkel, Berdorf oder Hunnenkopf auf den Bären oder gar auf einen Bärenkult zurückgehen könnten. Dabei stellt er auch alternative, etwa topografische Erklärungen vor; viele dieser Deutungen bleiben unsicher.

Archäologische Funde belegen den Braunbären in der Großregion seit vorgeschichtlicher Zeit. Für Luxemburg wird unter anderem ein Knochenfund aus der Burg Befort angeführt, der auf das 10. oder 11. Jahrhundert datiert wird. Der Bär dürfte in der Eifel noch bis ins 17. Jahrhundert gelebt haben; für Luxemburg und die südlichen Ardennen fehlen genaue Belege für den Zeitpunkt seines Verschwindens.

Abschließend zeigt der Beitrag, wie der Bär in der Maximin-Legende als Lasttier auftritt und in regionalen Wappen fortlebt – etwa in Bernkastel, Lorentzweiler, Leudelingen, Pickließem und Riol. Fazit: Der Braunbär ist aus der Landschaft verschwunden, aber in regionalen Erzählungen, Namen und Bildzeichen präsent geblieben.

Massard, Jos. A. & Gaby Geimer, 2009. Auf den Spuren des Braunbären diesseits und jenseits der Sauer. – In: Heimatkalender 2010. Eifelkreis Bitburg-Prüm, Bitburg: 95-102. [Corrigendum: S. 98: lies < “Renert” (1872)> statt < “Renert” (1852)>.] (Artikel + Text mit Fußnoten).